Koorstraat 2
1811 GP, Alkmaar
NH NL 072 514 0707


Die Taufe

Hier war häufig das Weinen von Babys zu hören. An diesem Ort sind in der Zeit, als diese Kirche noch katholisch war (bis 1573), zahllose Kinder getauft worden. Die Taufe ist ein wichtiges Ritual. Wenn man getauft ist, gehört man dazu.

Die alte Taufkapelle ist nicht mehr zu sehen. Hinter der Wand verbirgt sich ein hübsches Gitter mit dem Text „Dat rijck Gods is nu come, beke(e)rt u en gelooft de evangelio“ (Das Reich Gottes ist gekommen, bekehrt euch und glaubt an das Evangelium). Dort gibt es auch ein Schränkchen für die Taufutensilien des Priesters und in der Nische ein Wasserbecken.

Es ist kein Zufall, dass die Taufkapelle an der Westseite liegt. Zu der Zeit, als diese Kirche noch katholisch war, befand sich dort, unter der Hauptorgel, der Eingang. Das „Eingangsritual“ der Taufe passt deshalb hier gut.

In der Kirche bestattet

In dieser Kirche gehen Sie auf einem Boden aus Grabsteinen. Hier lagen Tausende von Toten begraben. Um ihnen allen Platz zu bieten, wurden bis zu acht Tote übereinander bestattet. Ein Grab in der Kirche war teuer, nur reiche Bürger konnten es sich dies leisten. Auf den Deckplatten sind ihre Namen und Familienwappen sowie allerlei symbolische Zeichen zu sehen, die auf ihren Beruf oder ihren Glauben verweisen. Das älteste Grab stammt aus dem Mittelalter, das jüngste aus dem Jahr 1830. Damals wurde das Bestatten in der Kirche verboten.

Orgel & Familienkapellen

Die Orgel: ein Meisterwerk aus Klang und Kunst

Diese Orgel ist ein Meisterwerk und weltberühmt. Eine Menge namhafter Künstler und Konstrukteure haben ihr Scherflein dazu beigetragen. Vater Hagerbeer und seine Söhne begannen 1638 mit dem Bau, und der bekannte Architekt Jacob van Campen hat den Entwurf für die Vorderseite gemacht. Caesar van Everdingen, Alkmaars berühmtester Künstler, sorgte für die Bemalung der Luken mit der biblischen Geschichte von König Saul nach dem Sieg Davids über Goliath. Und das ist noch nicht alles: Sogar über der Orgel ist eine Malerei zu sehen. Romeyn de Hooghe hat dort den Kampf zwischen Gut und Böse dargestellt. Im Jahr 1722 hat Frans Caspar Schnitger die Orgel modernisiert.

Möchten Sie den schönen Klang hören? Es gibt regelmäßig Konzerte.

Eine eigene Kapelle

Statuen, Fahnen, Altäre und bunt bemalte Wände: Man kann es sich fast nicht mehr vorstellen, aber in der Zeit, als diese Kirche noch katholisch war, befanden sich an den Seitenwänden zwölf reich geschmückte Kapellen. Sie waren allerdings privat. Mit einer eigenen Kapelle, oft zusammen mit einer eigenen Gruft, konnte man als prominenter Alkmaarer schön den eigenen Status und seine Macht zur Schau stellen.

Nach der Reformation (nach 1573) musste eine Kirche Nüchternheit und Einfachheit ausstrahlen. Vieles an Kirchenschmuck wurde daher entfernt, doch die Familienkapellen blieben noch lange bestehen. In der französischen Periode nach 1795 mussten selbst die Familienwappen verschwinden; alle Stände waren nun „gleich“, alles, was auf gesellschaftliche Unterschiede verwies, somit verboten.

Laurentius

Laurentius ist der Schutzpatron der Kirche. Der Rost – sein festes Attribut – erinnert an seinen Märtyrertod. Er wollte Kaiser Valerian nicht das Kirchensilber und die religiösen Schriften überlassen und forderte ihn heraus, indem er alles an die Armen verschenkte. Zur Strafe wurde er auf einem Rost über dem Feuer gefoltert. Nach seinem Tod wurde er heiliggesprochen.

Laurentius als Schutzpatron

Laurentius ist jetzt ein Heiliger. Aber das war er nicht immer. Er lebte im 3. Jahrhundert in Rom und sorgte im Namen der Kirche für die Armen. Auch die religiösen Schriften und das Kirchensilber befanden sich in seiner Obhut. Kaiser Valerian verbot es den Christen, sich zu ihrem Glauben zu bekennen.

Zuerst musste Laurentius alle Kostbarkeiten, die er verwaltete, an Valerian übergeben. Was für eine schöne Gelegenheit für eine letzte gute Tat! Laurentius verteilte all das Geld an die Armen und zog mit ihnen in einer Prozession zum Kaiser. „Sieh, das hier sind die Schätze der Kirche“, sagte er und zeigte auf die Armen.

Diese Probe seines Heldenmuts kam ihn teuer zu stehen. Er wurde auf einem Rost über dem Feuer gefoltert. Nach seinem Tod wurde er heiliggesprochen. Der Rost, auf dem er gefoltert wurde, trägt Laurentius, so wie es sich für einen echten Heiligen gehört, stets bei sich.

Triptychon und Werke der Barmherzigkeit

Maarten van Heemskerck

Acht Meter breit und fünf Meter hoch: Das riesige Triptychon des Meistermalers Maarten van Heemskerck prangte früher auf dem Hochaltar. Es wurde 1538 angefertigt, seine Themen sind die Kreuzigung Jesus und das Leben Laurentius‘. Das Spitzenwerk überlebte zwar den Bildersturm, passte jedoch nicht zu den Glaubensüberzeugungen der Protestanten, die die Kirche übernahmen. Schon 1581 wurde das Werk nach Schweden verkauft, wo es jetzt noch im Dom von Linköping bewundert werden kann. Erst vierhundert Jahre später – in den 1990er Jahren – wurde der Verlust gutgemacht. Ein Druck in Originalgröße wurde an der Stelle des Hochaltars angebracht, an der sich das Original befunden hatte. Als sich die Qualität des Drucks verschlechterte, erhielt die Künstlerin Pauline Bakker den Auftrag, ein neues Triptychon anzufertigen.

Der Meister von Alkmaar

Den Hungernden Essen geben, Gefangene besuchen oder die Kranken pflegen – das sind drei der „sieben Werke der Barmherzigkeit“, mit denen ein guter Christ seinem Mitmenschen hilft. Der Meister von Alkmaar malte die sieben Tafelbilder im Jahr 1504. Es ist sein berühmtestes Werk und ein besonderes Beispiel der frühen niederländischen Malerei. Die Botschaft ist deutlich: Wer gute Werke tut, wird dafür auf ewig belohnt werden. Gläubige konnten deshalb auch in einem Kästchen, das neben dem Gemälde hing, Geld dalassen. Heute kann man das Werk im Rijksmuseum Amsterdam bewundern, das es 1918 kaufte. Mit dem Erlös ist die sich seinerzeit in Finanznöten befindende Kirche restauriert worden.

500 Jahre Kirche

Schon seit mehr als 500 Jahre gibt es hier eine Kirche, der zentrale Ort im täglichen Leben vieler Alkmaarer. Hier kommen sie zusammen, um Feste zu feiern und zu trauern, zu spielen, zu beten und um sich zu treffen. An diesem Ort geschieht es.
Die Grabsteine, die Kanzel, die Kratzer der Pilger in einer Säule – überall zeigen sich Spuren der Menschen und der manchmal turbulenten Ereignisse. Herausragende Beispiele religiöser Kunst wie die wunderschöne Orgel und die Deckenmalereien zeugen von Zeiten der Blüte. Vieles ist verschwunden, doch die Geschichten sind quicklebendig.

Frömmigkeit und Verehrung

Bis 1573 war die Kirche katholisch. Es gab noch keine Trennung zwischen Staat und Kirche, daher war die Stadtverwaltung auch für die Kirche zuständig. Je größer und höher eine Kirche war, umso mehr Ansehen genoss die Stadt. Die Frömmigkeit im Glauben sowie die Verehrung Gottes und seiner Heiligen verlangten nach einer reichen Ausstattung der Kirche mit Altarbildern, Heiligenstatuen, Wandmalereien und farbigen Fenstern.
In der katholischen Periode war der Hochaltar der wichtigste Ort in der Kirche. Dort wurde das Hochamt gefeiert. Der Altar befindet sich an der Ostseite der Kirche, dort, wo die Sonne aufgeht, symbolisch für das Licht Jesus Christus.

Im Dienst des Wortes

Nach der Reformation wird der Protestantismus zur offiziellen Staatsreligion. Im Jahr 1573 übernehmen die Protestanten die Kirche. Für sie steht das Wort Gottes in der Bibel im Mittelpunkt. Das Kircheninnere wird immer schlichter ausgestattet. In Alkmaar gibt es keinen wirklichen Bildersturm, sondern die Heiligenstatuen und die Altäre werden Stück für Stück entfernt. Auch in dieser Periode ist die Stadt weiterhin für den Unterhalt der Kirche zuständig. Sie ist das Zentrum der protestantischen Elite Alkmaars.
Nach 1795 herrscht Religionsfreiheit, und es kommt zur Trennung von Staat und Kirche. Die Stadt trägt daher nicht länger zur Verwaltung der Kirche bei. Schon bald kommt es zu einem finanziellen Engpass, so dass man notgedrungen einige der Kostbarkeiten verkaufen muss.

Kultur und Begegnung

Seit 1996 hat die Kirche keine religiöse Funktion mehr und befindet sich im Eigentum und unter der Verwaltung zweier Stiftungen. Die Restaurationen und der Unterhalt der Kirche werden mithilfe von Fördergeldern und Spenden finanziert.
Früher war die Kirche ein geschützter Raum, in dem Alkmaarer Gläubige ihre Religion ausüben und sich treffen konnten, ein Ort auch, an dem Kinder sicher spielen konnten. Heute können Sie das wunderschöne Monument sowie die Konzerte und Ausstellungen genießen, die hier stattfinden. Oder Sie können sich hier trauen lassen und Feste feiern. Sich treffen bleibt das Motto dieses Orts.

Die älteste bespielbare Orgel

Diese Orgel erklingt bereits seit gut fünf Jahrhunderten. Sie ist die älteste noch bespielbare Orgel in den Niederlanden, gebaut von Jan van Covelens im Jahr 1511. Es ist ein Wunder, dass es sie noch gibt, denn die Pfeifen sollten eigentlich 1638 für den Bau der großen Hauptorgel verwendet werden. Glücklicherweise stellte sich heraus, dass es doch genügend Mittel gab, um neue Orgelpfeifen zu bezahlen, so dass die kleine Orgel erhalten blieb. Sie diente als Reserveinstrument für Zeiten, in denen die große Orgel nicht bespielbar war. Bis auf kleine Änderungen befindet sich vieles an dieser Orgel noch im Originalzustand.

Florens V.

Hier liegt der berühmte Florens V. Das zumindest lässt die Aufschrift auf dem Sarg vermuten: „Der Sarkophag Florens V.“ Die Wirklichkeit sieht anders aus. Nach dem Mord an Florens im Jahr 1296 wird sein Leichnam hier in Alkmaar aufgebahrt. Er wird in Rijnsburg bestattet, doch die Alkmaarer behalten seine Eingeweide. Erst im 15. Jahrhundert wird eine Steinplatte angebracht, auf der vermerkt ist, dass hier die Eingeweide liegen. Der Holzsarg stammt aus dem nachfolgenden Jahrhundert.

 

Bildquelle: Regionalarchiv Alkmaar.

Das Herrenzimmer

Vom Kerker zum Besprechungsraum

Man sieht es dem Raum heute nicht mehr an, aber jahrelang diente dieses Zimmer als Gefängnis. Als “Übeltäter” wurde man vor die Wahl gestellt: Entweder zur Strafe eine Nacht im Kerkerzimmer verbringen - oder eine Geldbuße in Höhe von drei Gulden bezahlen.
Renoviert und stattlich hergerichtet wurde das ehemalige Gefängnis später zum repräsentativen Besprechungsraum für die Kirchenverwalter. Bis heute kann das Herrenzimmer für Tagungen gebucht werden.

Das Letzte Urteil

Jacob Cornelisz van Oostsanen

Jacob Cornelisz van Oostsanen ist der älteste bekannte Kunstmaler aus Amsterdam. Er wurde um das Jahr 1417 in Oostzaan geboren und zog rund 1500 nach Amsterdam, wo er sich als Kunst- und Porträtmaler niederliess. In Amsterdam erwarb er ein Wohnhaus nebst Atelier in der Kalverstraat Nr. 62. Dort befindet sich derzeit ein Kleidermagazin. Im Jahre 1520 kaufte er auch das Nachbarhaus.

Gemälde im Gewölbe

Die Gemälde am Gewölbe sind für alle Kirchgänger zu sehen. Dies im Gegensatz zu den vielen Altarbilder in Kapellen und im Hochchor, die nicht für jedermann zugänglich waren. Diese Darstellungen waren manchmal zu kompliziert. Die Erzählung und die Botschaft des Jüngsten Gerichtes jedoch war allgemein bekannt. Stets wurde man erinnert was am Ende der Zeiten zu erwarten war. Sorge dafür das du ein gottgefälliges Leben führst, sonst...

Datierung

Im Gemälde das sich im Chor befindet ist die Jahreszahl 1518 verzeichnet. Vermutlich hat ein Zimmermann, der einige Unterteile erneuerte, diese Jahreszahl auf die Planke, die er auswechselte, geschrieben. Das Gemälde wurde 1559 fertig gestellt. Die Datierung des Gemäldes ist daher 1516-1519.

Ein Grab mit Ansehen

Eine eigene Gruft mit Grabplatte und Totenschild: Dann ist man ein angesehener Alkmaarer Bürger. Carel de Dieu (1700-1789) ist jahrelang Bürgermeister von Alkmaar. Er kauft sich eine eigene Gruft an der besten Stelle in der Kirche. Seine Nachkommen lassen nach seinem Tod eine Totengedenktafel mit Familienwappen anfertigen und im Chorraum aufhängen. Der Brauch, in der Kirche Totengedenktafeln aufzuhängen, endet abrupt im Jahr 1795 mit einem Verbot der französischen Herrscher, da dies nicht zu den Prinzipien von „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit“ passt.

 

Bildquelle: Regionalarchiv Alkmaar.

Wallfahrtskirche

Ein Stückchen von der Kirche mit auf die Wallfahrt nehmen – das würde sicher Schutz gegen allerlei Gefahren auf dem Weg bieten. Jahrhundertelang kratzten deshalb Menschen auf ihrer Pilgerreise nach Santiago de Compostela ein wenig Staub aus dieser Säule. Wenn es vor Gefahren auf der Reise schützte, ließ sich der „heilige“ Staub womöglich auch als Medizin nutzen. Alkmaarer mischten es daher in Getränke, die gegen die furchtbare Pest helfen sollten, und Bauern verabreichten es Schweinen, die an Dysenterie litten.

Wallfahrtsort

Die Kirche selbst ist auch ein Wallfahrtsort. Aus dem ganzen Land pilgerten die Gläubigen in diese Kirche, um das „Blutwunder“ zu sehen, das jährlich mit einer Prozession gefeiert wurde. Die Kirche war ebenfalls eine Zwischenstation für Pilger auf der Durchreise nach Santiago de Compostela. Heutzutage ist davon nur noch wenig zu merken. Die Reliquie des Blutwunders – ein Stückchen Stoff mit heiligem Blut – ist in die katholische Kirche am Verdronkenoord umgezogen. Nur die Kratzer in der Säule und das Symbol der Pilger, die Jakobsmuschel, an der Außenseite beim Konsistorium erinnern noch an den Besuch der vielen Pilger.

Von der Sakristei zum Konsistorium

Dieser Raum wurde im 16. Jahrhundert als Sakristei gebaut. Hier zogen sich die Priester um und bereiteten sich auf die Messe vor. Für jede Gelegenheit gab es ein dazu passendes liturgisches Gewand, eine Kasel, also wurde viel Schrankraum benötigt. Auch die kostbaren liturgischen Gefäße wurden hier aufbewahrt.

Nachdem die Protestanten die Kirche übernommen hatten, wurde die Sakristei zum Konsistorium. Es war ein feierlicher Ort, an dem der Kirchenrat zusammentrat, das Silber für das Abendmahl aufbewahrt wurde und das Archiv seinen Platz fand. Im Tonnengewölbe wurde das Wappenschild Karls V. mit dem doppelköpfigen Adler und dem Wappen Hollands aufgemalt. Ebenfalls kann man dort das Stadtwappen von Alkmaar sowie der befreundeten Städte Delft und Oudewater sehen.

Das Tor zum Chor

Kunstvolle Holzschnitzerei

Dieses fünfhundert Jahre alte Tor aus Eichenholz mit seiner filigranen, gotischen Schnitzerei ist ein ganz besonderes Schmuckstück der St. Laurens-Kirche.
Während ihrer Zeit als katholische Kirche trennte das Tor die Gemeinde vom Altarraum. Die Protestanten entfernten die Heiligenstatuen und fügten die beiden Türen zu einer zusammen, um den Altar beim Feiern des Abendmahls und bei Beerdigungen für größere Gruppen besser zugänglich zu machen. 2012 wurde das Tor von Grund auf restauriert.



Bildquelle: Regionalarchiv Alkmaar.

Eine Welt der Unterschiede

Weiße Wände und viel Raum – ein echtes „Saenredam-Interieur“. Pieter Jansz Saenredam wird mit Gemälden dieser Art zurückhaltender, sittsamer Kircheninnenräume berühmt.

So sah es in der protestantischen Periode ab 1573 aus. Man kann es sich fast nicht mehr vorstellen, wie das Kircheninnere vor 1573, also in der katholischen Periode, ausgesehen hat. Das Zauberwort hieß „Farbe“, und es wimmelte von Altären, Heiligenstatuen, Gemälden, Kerzen und Fahnen.

Pieter Janszoon Saenredam

Pieter Janszoon Saenredam war der erste Maler, der sich zeitgenössische Kircheninterieurs zum Thema nahm und sie streng perspektivisch darstellte. Als Saenredam diese Kirche hier besuchte, fertigte er zwei Zeichnungen an: eine vom Kircheninneren und die andere von der Orgel mit geöffneten Luken, wahrscheinlich Vorstudien für das Gemälde. Als er starb, war das Werk noch nicht vollendet, was das Fehlen seiner Signatur erklären könnte. Die Menschen und der kleine Hund sind später hinzugefügt worden.

Taufgarten und Kanzel

Eine stabile Kanzel, die etwas erhöht steht, damit alle den Pfarrer gut sehen können. In der protestantischen Periode (nach 1573) war dies der zentrale Ort in der Kirche. Von dieser Kanzel aus verkündete der Pfarrer jeden Sonntag das Wort Gottes, immer sehr gediegen und daher manchmal auch etwas lang. Während des Gottesdienstes sind hier auch sehr viele Kinder und manchmal sogar Erwachsene getauft worden. Deshalb wird dieser Teil der Kirche auch der Dooptuin, der „Taufgarten“, genannt. Mit Wasser aus einer Taufschale beträufelt der Pfarrer den Kopf und spricht dabei Taufgebete. Von da an gehört er oder sie zur Gemeinschaft der Kirche. Die Kanzel stammt ebenso wie die Bänke gegenüber aus dem 17. Jahrhundert. Die Bänke waren für die Alkmaarer Stadtregenten und die Kirchenvorsteher reserviert.